Ratgeber
65 Euro Stundensatz – und der Handwerker verdient nur 18 Euro daran?
Viele Kunden sehen den Stundensatz auf der Rechnung und denken: Das ist viel. Was die wenigsten wissen: Vom Stundensatz bleibt dem Handwerksbetrieb nur ein Bruchteil als Gewinn. Hier siehst du, wo die 65 Euro wirklich hingehen.

So setzt sich ein Stundensatz von 65 Euro zusammen
Beispielkalkulation für einen Elektro-Meisterbetrieb mit 3 Mitarbeitern. Die genaue Aufteilung variiert je nach Betrieb und Region – die Größenordnungen sind aber branchentypisch.
Das heißt: Von 65 Euro Stundensatz bleiben dem Betriebsinhaber rund 7-8 Euro. Davon muss er seine eigene Altersvorsorge, Krankheitstage und Urlaub finanzieren. Ein Angestellter mit 18 Euro Stundenlohn kostet den Betrieb über 26 Euro pro Stunde.
Warum der Stundensatz in München anders ist als in Leipzig
Die Kalkulation oben verschiebt sich je nach Region. In Süddeutschland und Großstädten sind Löhne, Mieten und Lebenshaltungskosten höher – deshalb sind auch die Stundensätze höher. Das ist kein Abzocke, sondern Betriebswirtschaft.
München / Stuttgart
70–95 €
+20-30 %
Bundesdurchschnitt
55–75 €
Basis
Leipzig / Chemnitz
40–60 €
-20-30 %
Die genauen Stundensätze pro Stadt und Gewerk findest du auf unseren Preisseiten.
Was du als Kunde daraus mitnehmen kannst
Ein günstiger Stundensatz ist nicht automatisch besser
Wenn der Stundensatz deutlich unter dem Ortsniveau liegt, wird oft an Qualifikation, Versicherung oder Material gespart. Oder der Handwerker arbeitet langsamer und braucht mehr Stunden.
Frag nach der geschätzten Gesamtzeit
Ein Handwerker mit 70 € Stundensatz, der 3 Stunden braucht (= 210 €), ist günstiger als einer mit 50 € Stundensatz, der 5 Stunden braucht (= 250 €). Der Stundensatz allein sagt wenig.
Festpreis statt Stundensatz bei größeren Projekten
Bei Projekten über 500 € lohnt es sich, einen Festpreis zu verhandeln. Dann trägst du kein Risiko, wenn die Arbeit länger dauert als geplant.
Material getrennt ausweisen lassen
Lass dir im Angebot Arbeitszeit und Material getrennt aufführen. Dann siehst du, wie viel der Materialaufschlag ist – und kannst entscheiden, ob du Material selbst besorgst.
