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Ratgeber

Kostenvoranschlag vom Handwerker prüfen – 7-Punkte-Checkliste

Du hast einen Kostenvoranschlag bekommen und fragst dich: Ist das fair? Fehlt da was? Kann der Preis am Ende höher werden? Diese Checkliste zeigt dir, worauf du achten musst – und welche Rechte du hast, wenn die Rechnung explodiert.

Erst mal: Angebot oder Kostenvoranschlag?

Angebot (Festpreis)

Verbindlich. Der Handwerker darf nicht mehr verlangen als im Angebot steht. Dein Risiko: null.

Immer bevorzugen bei Projekten ab 500 €

Kostenvoranschlag (KV)

Nicht verbindlich. Darf um 15-20 % überschritten werden. Bei mehr muss der Handwerker dich informieren (§ 650 BGB).

Frag immer: Ist das ein Angebot oder ein KV?

Die 7-Punkte-Checkliste

1

Sind alle Arbeiten aufgeführt?

Geh den KV Punkt für Punkt durch und vergleiche mit dem, was mündlich besprochen wurde. Fehlende Positionen werden später als „Zusatzleistung" nachberechnet.

2

Arbeitszeit, Material und Anfahrt getrennt?

Wenn alles in einer Summe steht, kannst du nicht prüfen, ob der Materialaufschlag fair ist oder die Stundenzahl realistisch. Besteh auf Aufschlüsselung.

3

Brutto oder netto?

Privatpersonen zahlen immer brutto (inkl. 19 % MwSt.). Wenn der KV „netto" zeigt, kommen noch 19 % obendrauf. Das sind bei 5.000 € fast 1.000 € mehr.

4

Preise im regionalen Rahmen?

Vergleiche die Stundensätze und Projektkosten mit unseren Vergleichspreisen. Liegt der KV deutlich darüber, hast du einen konkreten Grund nachzufragen.

5

Angebot oder KV – was steht drauf?

Steht „Kostenvoranschlag" oder „Angebot" im Titel? Wenn unklar: schriftlich nachfragen. Im Zweifel gilt § 632 BGB – ein KV ist nicht preisbindend.

6

Start- und Endtermin schriftlich?

Mündliche Termine sind im Streitfall wertlos. Der KV sollte enthalten: Startdatum, geschätzte Dauer, Fertigstellungstermin.

7

Zahlungsbedingungen klar?

Wann wird bezahlt? Keine Vorkasse über 30 % leisten. Schlusszahlung erst nach Abnahme der Arbeit. Am besten per Überweisung (steuerlich absetzbar).

Warnsignale: Wann du skeptisch sein solltest

Der Preis liegt 50 % oder mehr unter anderen Angeboten für die gleiche Arbeit.

Keine Firma, kein Meisterbrief, keine Handwerkskammer-Zugehörigkeit erkennbar.

Es wird auf Barzahlung bestanden – ohne Rechnung.

Der KV ist mündlich oder auf einem Zettel ohne Briefkopf.

Keine Gewährleistung erwähnt oder aktiv ausgeschlossen.

Häufige Fragen zum Kostenvoranschlag

Was ist der Unterschied zwischen Angebot und Kostenvoranschlag?
Ein Angebot (Festpreisangebot) ist verbindlich – der Handwerker darf nicht mehr verlangen. Ein Kostenvoranschlag (KV) ist eine Schätzung und darf um bis zu 15-20% überschritten werden. Bei größeren Abweichungen muss der Handwerker dich vorher informieren.
Darf ein Kostenvoranschlag Geld kosten?
Ja, aber nur wenn das vorher vereinbart wurde (§ 632 Abs. 3 BGB). Ohne vorherige Vereinbarung ist der KV kostenlos. Frag vor der Beauftragung explizit nach.
Wie viel darf ein Kostenvoranschlag überschritten werden?
Gesetzlich gibt es keine feste Grenze. Die Rechtsprechung akzeptiert Überschreitungen von 15-20% als noch tolerabel. Bei mehr als 20% hast du ein Sonderkündigungsrecht. Der Handwerker muss dich unverzüglich informieren, wenn eine wesentliche Überschreitung absehbar ist.
Was tun wenn die Rechnung viel höher ist als der Kostenvoranschlag?
Widersprich der Rechnung schriftlich. Verweise auf den KV und fordere eine detaillierte Begründung für die Mehrkosten. Bei Überschreitungen über 20% kannst du den Vertrag kündigen und musst nur die bis dahin erbrachte Leistung bezahlen.

Vergleichspreise für dein Projekt

Prüfe, ob dein Kostenvoranschlag im regionalen Rahmen liegt – mit unseren Vergleichspreisen nach Stadt und Gewerk.